Freiluftausstellung Plastiken im KEH Berlin-Lichtenberg

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Grenzgänge zwischen Kunst und Medizin

Plastiken des Berliner Bildhauers Trak Wendisch im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin-Lichtenberg

Leise und ohne spektakulären Auftakt wurde im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin-Lichtenberg eine neue Freiluftausstellung eröffnet. Zu sehen sind im weitläufigen Parkgelände des Krankenhauses mit seinen zahlreichen roten Backsteinbauten Plastiken des Berliner Bildhauers Trak Wendisch, die er in den Jahren 1991 – 1994 geschaffen hat. Die Figuren befinden sich an zentralen Orten des Geländes, um vielen Besuchern die Auseinandersetzung mit den Werken zu erlauben. Die Plastiken mit Namen wie „Tänzerin 1“, „Mittagsgespenst“ oder „Frauenträger“ befassen sich mit dem aktuellen Bild des Menschen sowie der Balance in den Beziehung von Menschen untereinander.
Trak Wendisch ist ein bekannter Name in der internationalen Kunstszene der Gegenwart. Mit Kettensägen schälte er Figuren aus Baumstämmen, bis sie nach langem Ringen ihre Form erhalten hatten. Danach wurden die Arbeitsspuren häufig in einem rituellen Akt dem Feuer übergeben und „gereinigt“, während die anschließende Farbgebung als heilende Zeremonie verstanden werden konnte. Ein Kernbegriff seiner Arbeit heißt „Balance“. Er beinhaltet sowohl sein Ringen um das optimale Verhältnis von Form und Inhalt, bei dem sich Lust und Qual ebenso wie Leichtigkeit und Last gegenüberstehen. Der zum Risiko bereite Grenzgänger sucht dabei keinen harmonisierenden Ausgleich, sondern es geht ihm um die Darstellung der Gleichzeitigkeit gegensätzlicher Einflüsse.
Kultur und Kunst haben einen festen Platz im KEH. Alle Impulse, die dem Alltagsleben Sinn und Halt geben: Kommunikation, Kultur und Lebensfreude sollen als »Krankengymnastik für Geist und Seele« zur Heilung beitragen. Die ab 1888 errichteten und weitgehend restaurierten Backsteingebäude und die vorhandenen Kunstobjekte korrespondieren miteinander.
Neben den Werken von Trak Wendisch sind auch die markanten Stahlplastiken des bekannten Würzburger Bildhauers Herbert Mehler aus seiner Skulpturenfolge »kavex« auf dem Gelände zu bewundern. Mit ihrer ungemein dynamischen Formsprache wirken sie – trotz ihrer Schwere – beinahe federleicht und passen sich mit ihrer eigenen Ästhetik organisch in die umgebende Landschaft ein.
Auch an anderen Stellen des Geländes, das Teil des »Landschaftsparks Herzberge« ist, trifft der Besucher auf sichtbare Zeugnisse moderner Kunst. Da hängen balancierende Skulpturen des polnischen Künstlers Jerzy Kedziora zwischen den Bäumen. Metallisch schwer, scheinen sie doch schwerelos davonzuschweben. An anderer Stelle steht ein überdimensionaler Holzstuhl, von dem man meint, ein Riese hätte ihn hier vergessen. Vor anderen Häusern ragen abstrakte Plastiken in den Raum – Ergebnisse zweier Bildhauersymposien, bei denen Patienten, Mitarbeiter und Gäste den Künstlern zuschauen und die Entstehung der Werke verfolgen konnten.

Cafeteria KEH 2010

Cafeteria KEH 2010

Skulptur KEH 2010

Skulptur KEH 2010

Skulptur 3 KEH 2010

Skulptur 3 KEH 2010

Skulptur 2 KEH 2010

Skulptur 2 KEH 2010

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